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Profil

Die Nachwuchswissenschaftler/innen von Religion vernetzt fragten in ihren Arbeiten nach den physisch vermittelten Bedürfnislagen und untersuchten, wie religiöse Migrantengemeinden diese Bedürfnisse adressieren und verarbeiten. In den Arbeiten wurde ein netzwerkanalytischer Zugang gewählt, der gleichsam ein Testfall dafür war, wie sich Religion bzw. religiöse Figurationen, relational empirisch als Netzwerk analysieren lassen.

Innerhalb des CERES bestanden enge Schnittstellen zur Forschergruppe Transformation von Religion in der Moderne (2006 - 2012), in der religiöse Migrantengemeinden historisch-komparativ untersucht wurden. Außerdem schloß die Forschung an Fragen des Käte Hamburger Kollegs nach Religionskontakten im Zeitalter der Globalisierung an.

Mesoperspektive auf Religion und Migration

Nachdem frühere Studien Religion in Bezug auf Migration v. a. als Identitätsressource (mikro) oder Integrationsfaktor (makro) behandelt haben, lag das Augenmerk Nachwuchsforschergruppe auf den religiösen Migrantengemeinschaften (meso) selbst. Dabei wurden diese Gemeinden nicht etwa als „ethnische Kolonien“, sondern als Kontaktzonen betrachtet, in denen religiöse Solidarethik und Vertrauensbeziehungen in Unterstützungsmaßnahmen und Verwirklichungschancen umgesetzt werden.

Netzwerkansatz

Die Forschung beruhte konzeptionell und methodisch auf einem Netzwerkansatz. Religiöse Migrantengemeinschaften wurden nicht als gegebene Entitäten oder kollektive Akteure betrachtet, sondern als soziale Räume, die gleichermaßen einbettend und eingebettet sind. Der empirische Fokus lag daher auf den Beziehungen, die diese Gemeinden nach innen (z. B. Unterstützungsnetzwerke) und nach außen (z. B. Repräsentationsbeziehungen) unterhalten und wie diese religiös begründet werden.

Fallstudien & Religionsvergleich

Der kooperative Mehrwert der Nachwuchsforschergruppe bestand in einem religionsvergleichenden Fallstudiendesign: Im Rahmen von Qualifikationsarbeiten wurden vertiefte Fallstudien erarbeitet, die unterschiedliche religiöse Traditionen (sunnitischer und schiitischer Islam, evangelikales und pfingstlerisches Christentum, hinduistische Strömungen) und Herkunftsregionen abbilden (Türkei/Naher Osten, Nordafrika, Sri Lanka, Korea, Lateinamerika). Diese Fallstudien entstanden in fortlaufendem Austausch miteinander und erlauben komparative Aussagen zu den religiösen und integrationspolitischen Faktoren religiöser Netzwerkarbeit.